Was ist das Nahrungsnetz im Boden?
Das Nahrungsnetz umfasst Bodenorganismen und den Austausch von Energie und Stoffen zwischen ihnen: von Bakterien und Pilzen bis zu Protisten, Nematoden und größeren Tieren.

Das Nahrungsnetz besteht aus den im Boden lebenden Organismen und ihren Beziehungen. Bakterien gehören dazu, bilden allein aber noch kein Ökosystem.
Wer gehört zum Netz?
Vereinfacht gehören unter anderem dazu:
- Bakterien und Archaeen,
- Pilze,
- Protisten,
- Nematoden,
- kleine Gliederfüßer,
- Regenwürmer und weitere größere Bodenorganismen.
Jede Gruppe hat andere Aufgaben und Nahrungsquellen. Deshalb können zwei bakterienhaltige Böden ganz unterschiedlich funktionieren, wenn die übrigen Teile ihres Nahrungsnetzes verschieden sind.
Was geschieht mit den Nährstoffen?
Bakterien und Pilze zersetzen organische Substanz und binden einen Teil der Nährstoffe in ihrer Biomasse.
Nährstoffe gelangen auf vielen Wegen zurück in den Kreislauf. Einer davon: Protisten und Nematoden fressen Bakterien und Pilze. Ein Teil der aufgenommenen Nährstoffe wird dabei in pflanzenverfügbaren mineralischen Formen freigesetzt.
Deshalb zählen die Beziehungen zwischen den Ebenen des Netzes, nicht nur die Zahl der Bakterien.
Das Netz prägt auch die Struktur
Pilzfäden, von Mikroorganismen gebildete Stoffe und die Tätigkeit größerer Organismen helfen, Bodenaggregate zu bilden und zu stabilisieren.
Diese Aggregate beeinflussen den Raum für Luft und Wasser sowie die Widerstandsfähigkeit gegen Erosion und Verdichtung.
Vielfalt kann manche Krankheitserreger hemmen – ohne Garantie
Organismen konkurrieren um Raum und Ressourcen, manche fressen andere Mikroorganismen. Eine komplexe Gemeinschaft kann die Entwicklung bestimmter Krankheitserreger erschweren.
Das bedeutet nicht, dass lebendiger Boden keine Krankheiten kennt. Die Wirkung hängt vom Erreger, der Pflanze, den Bedingungen und der Zusammensetzung der Gemeinschaft ab.
Wie lässt sich das Netz in einer Probe untersuchen?
Bei BioFarmLab betrachten wir Proben unter dem Mikroskop. Wir untersuchen unter anderem Bakterien, Pilze, Protisten und Nematoden sowie ihre Mengenverhältnisse.
Das Mikroskop dient der Beobachtung. Ein Mensch interpretiert den Befund anhand des Materials, der Pflanze und des Untersuchungsziels.
Die bloße Feststellung „Bakterien vorhanden“ beantwortet nicht die entscheidende Frage: Gibt es in der Probe ein komplexes, funktionierendes Netz?
Quellen
- USDA NRCS, Soil Biology Primer
- Ingham R.E., Trofymow J.A., Ingham E.R., Coleman D.C. (1985), Interactions of Bacteria, Fungi, and their Nematode Grazers: Effects on Nutrient Cycling and Plant Growth, Ecological Monographs 55:119–140
- BioFarmLab, polnische Originalfassung „Czym jest glebowa sieć pokarmowa?“, 22. Mai 2021

