Regenerative Landwirtschaft

Kiss the Ground: ein guter Einstieg, kein Handbuch

Kiss the Ground zeigt die Bedeutung des Bodens für Landwirtschaft, Wasser und Kohlenstoffkreislauf. Der Film ist ein Einstieg, kein wissenschaftlicher Beweis oder fertiges Rezept.

Kiss the Ground: ein Film über Boden und regenerative Landwirtschaft

Kiss the Ground gelingt eines besonders gut: Menschen, die bisher kaum über Boden nachgedacht haben, sehen, wie wichtig die Vorgänge unter der Oberfläche für Landwirtschaft, Wasser und Kohlenstoffkreislauf sind.

Wir haben den Film bei BioFarmLab schon 2021 empfohlen. Er ist weiterhin sehenswert, wenn man mit den passenden Erwartungen herangeht.

Was der Film gut zeigt

Bodenregeneration lässt sich schwer darstellen. Die wichtigsten Prozesse laufen unterirdisch ab und dauern oft Jahre.

Der Film übersetzt das in Bilder: Wurzeln, Bodenstruktur, Höfe und Praktiken zur Wiederherstellung von Bodenfunktionen. So wird verständlich, warum Boden mehr ist als ein Substrat, dem man Dünger zusetzt.

Was der Film nicht klärt

Ein Dokumentarfilm ist keine wissenschaftliche Literaturübersicht.

Er sollte nicht als Grundlage dienen, um:

  • bestimmte Zahlen zur Kohlenstoffspeicherung allgemein zu übernehmen,
  • dieselbe Wirkung einer Methode in jedem Klima und Boden anzunehmen,
  • eine Bewirtschaftungsweise ohne Prüfung der örtlichen Bedingungen zu kopieren.

Weckt der Film Interesse an Wasserrückhalt, Nährstoffkreisläufen, Bodenstruktur oder Mikroorganismen, lohnt anschließend der Blick in Quellen zum jeweiligen Vorgang.

Warum wir ihn weiterhin empfehlen

Als erster Kontakt mit regenerativer Landwirtschaft funktioniert er sehr gut. Er hinterlässt nicht nur eine Problemliste, sondern zeigt, dass sich der Zustand des Bodens verändern lässt.

Danach beginnt die eigentliche Arbeit: Prozesse verstehen, den eigenen Boden beobachten und prüfen, was vor Ort tatsächlich funktioniert.

Quellen

  • Kiss the Ground, Dokumentarfilm
  • BioFarmLab, ursprünglicher Beitrag „KISS THE GROUND“, 25. Juli 2021